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POLITiS Studienkreis
 

Klimaland Südtirol?

Thomas Benedikter (Hg.)

Klimaland Südtirol?

Regionale Wege zu konsequentem Klimaschutz

20 Fachleute analysieren „regionale Wege zu konsequentem Klimaschutz“
Im Juli 2021 ist die politische Strategie des Landes Südtirol für eine nachhaltige Entwicklung vorgestellt worden. Der Klimaplan 2050 – Update gibt ehrgeizige Ziele vor. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen pro Kopf auf 3 Tonnen sinken. Zwar hat Südtirol einen relativ hohen Anteil erneuerbarer Energien, doch sowohl der Gesamtenergieverbrauch als auch die Treibhausgasemissionen pro Kopf und Jahr bewegen sich auf zu hohem Niveau. Wird die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes umgesetzt werden können?

Deshalb stellten sich die Herausgeber POLITiS und die Regionalgruppe Gemeinwohlökonomie – Südtirol die Frage, ob Klimaschutz auf Landesebene tatsächlich schon Priorität hat und die Maßnahmenprogramme des Landes ausreichen. Wird sich Südtirol bis 2050 vollständig mit erneuerbarer Energie versorgen können? Kann der Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum abgekoppelt werden? Lassen sich Gebäudeheizung und Mobilität komplett elektrifizieren? Welche sozialen Auswirkungen wird die Verteuerung fossiler Energie haben, wo jetzt schon die gestiegenen Energiepreise vielen Familien Probleme verschaffen? Welche Reformen braucht es in den einzelnen Wirtschaftssektoren, wenn wir Klimaneutralität erreichen wollen? Wie kann das Gemeinwohl vor Partikularinteressen gestellt werden?

Roter Faden dieser Publikation ist somit die Überlegung, wie Klimaneutralität in Südtirol wirklich erreicht werden könnte und wie der Klimaschutz konsequenter gefasst werden müsste, wenn wir bis 2050 in einer emissionsarmen oder gar CO2-freien Gesellschaft leben wollen. Mehr als 20 Fachleute befassen sich in 16 Einzelbeiträgen mit einzelnen Politikfeldern. Zuerst werfen Thomas Streifeneder und Miriam Weiß von der EURAC im Abschnitt „Was tun für Südtirols Klimaneutralität“ einen Blick auf den Gesamtkontext; dann geht Hans Heiss auf die Grenzen des Tourismus ein; Kris Krois überlegt, wie die ökosoziale Transformation Hand in Hand mit demokratischer Beteiligung zu gehen hat; Norbert Lantschner hat sehr viel nachgedacht über klimafreundliches Wohnen; ganz bedeutend für den Klimaschutz ist das Nahrungsmittelversorgungssystem, das Prof. Christian Fischer analysiert. Zwei Beiträge befassen sich mit der Südtiroler Energiepolitik und Energiewende, nämlich der Energieexperte Peter Erlacher und der Klimaclub Südtirol. Stefan Perini thematisiert den Klimaschutz als zutiefst soziale Frage. Elisabeth Präauer vom Terra Institute Brixen geht der Frage nach, wie wir uns als Einzelne einer „2000-Watt-Gesellschaft“ annähern können. Prof. Stefan Zerbe weist auf die Bedeutung der Moore und die Gefahr des Torfabbaus für den Klimaschutz hin. Die Biologin Kathrin Kofler erläutert den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Schutz der Artenvielfalt. Peter Kasal hat ganz konkrete Vorstellungen von einer Raumordnung mit weniger Flächenfraß, genauso Markus Lobis und Philip Kleewein von einer klimafreundlichen Mobilität im umfassenden Sinn. Johannes Engl und Johanna Donà, die auch Mitherausgeber sind, erläutern, was Gemeinwohlökonomie bedeutet im Allgemeinen und speziell für den Klimaschutz: Gemeinwohlökonomie schließt Klimaschutz ein, steht aber auch für eine humane, fairere Form des Wirtschaftens. Dann einige Vorschläge zur Finanzpolitik im Zeichen des Klimaschutzes von Thomas Benedikter und ein heiter-philosophischer Abschluss vom Physiker und Neurowissenschaftler David Hofmann. Abgerundet wird der Band durch eine Einführung von Prof.in Susanne Elsen und verschiedene weitere für die Klimaschutzpolitik in Südtirol relevante Aspekte.

Das Buch, herausgegeben von POLITiS und der Regionalgruppe Gemeinwohlökonomie – Südtirol, ist beim Verlag arcaedizioni (Lavis) erschienen, kostet 15,00 Euro und ist ab 29.4.2022 überall im Buchhandel in Südtirol erhältlich.

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